Der Inspirations-Workshop

24.-27. Juni 2021

Landschaftskunde für Schreibende

Eine Exkursion

  • Was ist dieses Wulkow, was ist dieser Speicher?
    Am Ende der DDR-Zeit war Wulkow ein Dorf, das leergewohnt werden und verschwinden sollte. Siedlungskategorie 6 nannte man das. Damit ging es dem Ort ähnlich wie viele Dörfer im Braunkohlerevier. Nur mit dem Unterschied, dass hier keine Bodenschätze im Weg waren. Stattdessen war Wulkow in den Augen der Obrigkeit nutzlos geworden. Die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) war in einer größeren Einheit aufgegangen. Die Zentrale lag im Nachbardorf. Das LPG-Büro im Wulkower Schloss wurde nicht mehr gebraucht. Der Verfall des früheren Herrenhauses beschleunigte sich.weiterlesen »
  • Die gründlich durchgekaute Landschaft
    Das war mal ein ganz besonderer Blick auf die Landschaft: Auf der Ladefläche eines zum Kremser umfunktionierten Traktor-Anhängers über Feldwege, hin zu den frühsommerlichen Weiden östlich von Wulkow. Ein langgezogener Hügel bietet einen weiten Blick auf einen schilfgesäumten Bach, der sich mit Biberhilfe zu einem kleinen See gestaut hat, die Landschaft wird strukturiert mit Hecken und   Blühstreifen voller Kornblumen und Mohn. Auf den Weiden grasen braune Rinder. Vor 30 Jahren gründete Ulrike hier ihren „Wulkower Hof“, einen demeter-Betrieb mit einer großen Mutterkuhherde und mittlerweile etwa 200 Hektar Land. Ulrike erzählt, wie ihr die Pinzgauer ans Herz gewachsen sind, dass sie …weiterlesen »
  • Literarisches Picknick an der Oder
    „Oder, mein Fluß, / In Tropfen sickert es / aus Gebirgen von Zeit, /Wasser, das nach Kindheit schmeckt.“  Der Dichter und Hörspielautor Günter Eich hat die Oder in einem der wohl schönsten Gedichte verewigt, die über die Oder geschrieben wurden. Genau hier, in Lebus, wurde Günter Eich 1907 geboren. Und genau hier gibt es den allerbesten Ort für ein literarisches Picknick mit Blick auf den Fluss: Ein Aussichtspunkt am Oderhang, wie geschaffen für das Motto: „Und seitab liegt die Stadt“. In diesem Fall ist es die Kleiststadt Frankfurt (Oder), dessen Silhouette am südlichen Horizont schimmert. Unter den Augen der Wanderer …weiterlesen »
  • Magda, Jens und die Blumen des Bösen
    Der Picknickplatz mit der besten Aussicht auf die Oder steht nicht irgendwo in der Landschaft, sondern auf dem Gelände der Europäischen Begegnungsstätte Oderberge Lebus. Magdalena Hoffmann und Jens Lawrenz leiten dieses Camp mit Gästehausbetrieb, Ausstellungs- und Seminargebäude.  Wenn die beiden gerade nicht als Herbergseltern aktiv sind, widmen sie sich der Kunst. Magdalena stammt aus Poznan, hat dort Malerei studiert. Jens hat es aus Thüringen ins Oderland verschlagen. Der gelernte Kunst- und Literaturwissenschaftler hat sich der Bildhauerei zugewandt. 2019 hat das Paar ein gemeinsames Kunstprojekt auf die Beine gebracht: Les Fleurs du Mal – die Blumen des Bösen. Angelehnt an den …weiterlesen »
  • Im Biberland
    Zwischen Wulkow und Lebus führt einer von vielen Wegen durch ein geradezu verwunschenes Bachtal. Drei Fließe treffen hier auf verschlungenen Wegen aufeinander, bevor sie ihren Weg in die Oder finden. Hier ist Biberland und Naturschutzgebiet. Der ehrenamtliche Natur- und Landschaftsführer Gernot Preschel führt durch eine sehenswerte Wildnis. Kaum irgendwo sonst in der Region ist auf so kleinem Raum zu besichtigen, welche landschaftsgestaltende Kraft die Tiere entfalten. Die Biber haben die Bachläufe angestaut, umgeleitet, Verzweigungen, Mäander und Inseln geschaffen. Dazwischen entsteht neue Vegetation, finden Wasservögel ihr Zuhause. Gernot Preschel zeigt mächtige Wohnbaue und riesige, sehr stabile Dämme – einer ist etwa …weiterlesen »
  • Wilhelmshof – ein Ortsteil vom Ortsteil
    Besuch in einer winzigen Siedlung, zwei Kilometer von Wulkow entfernt: Wilhelmshof. Wenn man so will, ein Ortsteil vom Ortsteil. Wulkow selbst ist Ortsteil der Gemeinde Lebus und Wilhelmshof als Teil von Wulkow ist – was eigentlich? Ursprünglich ein Vorwerk, erklären Iris Gebel und Albrecht Horzetzky, die in ihren Garten zu Kaffee und Kuchen eingeladen haben.  Vorwerke müsse man sich als Außenposten des Gutsbetriebs vorstellen, um abgelegene Acker- und Weideflächen großer Güter kostengünstiger bewirtschaften zu können. Geblieben aus der Zeit ist die sehenswerte Architektur großer Feldsteinscheunen, die nun Wohngebäude sind. Auch Iris Gebel und Albrecht Horzetzky – sie Zahnärztin, er Veterinär …weiterlesen »
  • Dorfrundgang I: In der Kirche
    Kann eine elektronische Orgel wirklich gut klingen? Ja, das kann sie. Mangels einer „richtigen“ Orgel hat die Kirchgemeinde für die Wulkower Dorfkirche vor einigen Jahren ein solches Exemplar angeschafft – und Johanna Thöne staunt selbst, wie gut sie mit ihrem Spiel den kleinen Kirchenraum ausfüllt. Die pensionierte Kirchenmusikerin, die mit ihrem Mann – ebenfalls  Musiker - nebenan in der Brennerei wohnt, begleitet nun Gottesdienste und spielt auch immer gern für Besucher – wie die Schriftstellergruppe. Das Besondere an der Wulkower Kirche: Sehr viel Interieur für sehr wenig Innenraum. Ein Altar, der unter der Decke festzuklemmen scheint. Mehrere Epitaphe. Von der …weiterlesen »
  • Dorfrundgang II: Beim Bildhauer
    Ein Garten, der bevölkert ist mit markanten Köpfen aus Sandstein und Findlingen – das ist das Freiluftatelier von Jannulis Tembridis, des einzigen hauptberuflichen bildenden Künstlers in Wulkow. Jannulis erzählt, dass er seit Ende der 1980er Jahre in Wulkow lebt, angeworben von der damaligen Bürgermeisterin, die damals eine muntere Ansiedlungspolitik betrieb und bei der Suche nach einem Häuschen half. Nach dem Motto: Jedes Dorf braucht einen Künstler. Jannulis kam damals frisch von der Kunsthochschule Weißensee, wo der gelernte Steinmetz Bildhauerei studiert hatte. Viele seiner Arbeiten haben Bezüge zur griechischen Mythologie – kein Wunder: Der 1955 in Radebeul geborene Künstler ist ein …weiterlesen »
  • Dorfrundgang III: Schloss und Park
    Der Dachstuhl eingefallen, auf dem Balkon wachsen Birken, die Treppenstufen zerbröselt - wohl kein Gebäude in Wulkow ist für Autorinnen und Autoren so phantasieanregend wie die Schlossruine unmittelbar neben dem Ökospeicher. Das verfallene Gebäude hat seine Wurzeln im späten 17. Jahrhundert und ist um die vorletzte Jahrhundertwende vom damaligen Rittergutsbesitzer Richard Schulz-Wulkow noch einmal aufgestockt und nach der damaligen Neorenaissance-Mode mit Schmuckgiebeln und einem altertümlich anmutendem Turm versehen worden. Diese Pracht ist heute nur noch auf einem alten Foto zu bewundern. Der Turm ist höchstwahrscheinlich in den letzten Kriegstagen von deutschen Soldaten gesprengt worden, um den Kanonieren der Roten Armee …weiterlesen »
  • Eine Lesung mit Musik
    Am Abend des zweiten Tags dann eine Open-Stage-Lesung, begleitet von Michael Thöne am Klavier und seiner Enkelin Alrun am Cello. Der Abend sorgte nicht nur für Begegnungen zwischen Wulkowern und Schreibenden, sondern auch dafür, dass sich einige Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Schreibgruppen erstmals mit ihren Arbeiten wahrnahmen und darüber miteinander in einen Austauch kamen. Jol Rosenberg las einen Science-Fiction-Text, Ursula Kramm-Konowalow sehr irdische Lyrik, Kerstin Finkelstein stellte ihre Kommissarin aus dem Esoterik-Milieu vor, komische Gedichte kamen von Maik Altenburg und Ute Apitz performte einen biografischen Text in einer Art Rap. Den Schlusspunkt setzte Heidi Ramlow mit ihrer Brandenburger-Literaturpreis-Erzählung „Wo …weiterlesen »
  • Feedback, Abreise, Hausaufgaben
    27.6.: Nach dem Frühstück noch ein kurzes Treffen mit den Gastgebern auf der Terrasse. Ausnahmslos alle Autorinnen und Autoren lobten die hervorragende Betreuung durch das Speicherteam, das gelungene Programm und überhaupt die Idee des Inspirationsworkshops. Für das literarische Erntefest entwickelte die Runde von sich aus die Idee, das Dorf zur Bühne zu machen: Nicht nur die Dorfkirche und der Ökospeicher sollten zum Schauplatz von Lesungen werden, sondern auch verschiedene Orte auf dem Gutshof: Eine Bank unter einer ausladenden Kastanie, eine Schaukel auf dem Spielplatz oder der Platz um ein Dorfbackhaus. Mit der Hausaufgabe, nun aus den Eindrücken etwas zu machen, …weiterlesen »

Anreise

Wulkow liegt 12 km nordwestlich vom Stadtzentrum von Frankfurt (Oder). Der Regionalexpress RE 1 verkehrt halbstündlich von Brandenburg über Potsdam > Berlin > Fürstenwalde>Frankfurt (Oder) > bzw. über Cottbus > Guben > Eisenhüttenstadt > Frankfurt (Oder). Die Fahrzeit ab Berlin beträgt ca. 60 Minuten. Vom Bahnhof Frankfurt (Oder) erreichen Sie Wulkow per Linienbus , Taxi oder Fahrrad. Die Strecke ist ca. 12 km (Straße) bzw. 7 km (Feldweg) lang. Das Mitführen von Fahrrädern ist im RE 1 möglich. Der Linienbus 970 (werktags) fährt direkt nach Wulkow. Von der Endstation Booßen der Buslinie 981 des Stadtverkehrs Frankfurt (Oder) spazieren Sie auf einer wunderschönen Birkenallee in einer knappen Stunde (ca. 4 km) nach Wulkow.

Sie erreichen Wulkow mit dem PKW aus Richtung Berlin über die Autobahn A 12 oder die Bundesstraße B 5.

So erreichen Sie uns

Impressum

Ökospeicher e.V.:

Vereinsvorstand:

Hannelore Hiekel, Fred Pilarski, Martin Merk (geschäftsführend),

Dieter Krawczynski, Ina Matthes, Ulrike Raulf, Birke Soukup

Vereinsregister:

AG Frankfurt (Oder), Nr. 403

USt-ID: DE189 231 452

Webseiten-Betreuung: Fred Pilarski

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